Univ.-Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe

Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie, Klinikum rechts der Isar

Precision-Medizin ist die Zukunft

„Für Sie ist es eine Operation am Tag, für mich ist es mein Leben und meine Mobilität.“ Sätze wie dieser, mit dem sich eine Patientin bei ihm bedankte, sind für Prof. Dr. Rüdiger von Eisenhart-Rothe der Ansporn, mit dem er und sein Ärzteteam aus 25 hochqualifizierten Expert:innen antreten. Rund 1000 Endoprothetikfälle sind es pro Jahr, davon 400 Wechsel von Endoprothesen – womit die Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie des Klinikums rechts der Isar in München führend ist. Dafür stehen der Klinikdirektor und sein Team täglich im OP.

 

Neben seiner klinischen Tätigkeit erfüllt er noch weitere namhafte Funktionen: Er ist unter anderem Gründungsmitglied und derzeitiger Präsident der deutschen Kniegesellschaft, Schatzmeister der deutschen Gesellschaft für Endoprothetik sowie Präsidiumsmitglied und Gründungspräsident der deutschen Hüftgesellschaft. Schon früh spezialisierte sich von Eisenhart-Rothe auf Endoprothetik, Wechselendoprothetik sowie Tumororthopädie und war mit 40 einer der Jüngsten, als er vor zehn Jahren Ordinarius in München wurde.

„Big Data eröffnet eine vollkommen neue Dimension in der patientenspezifischen Versorgung.“
PROF. DR. MED. RÜDIGER VON EISENHART-ROTHE

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Auch jetzt zählt er zu den Pionier:innen – mit dem Einsatz von Robotik in der Endoprothetik für Hüfte und Knie. Was kann der Roboter besser? Er kann’s noch präziser. Beispiel Knie: Früher hat man aufgrund fehlender technischer Unterstützung jedes Bein gleich operiert – was man mechanisches Alignment nennt. Damit hat jede:r Patient:in, vereinfacht gesagt, ein gerades Bein bekommen. Problem: Etwa 85 Prozent der Patient:innen haben kein gerades Bein, sondern eher leichte O-oder X-Beine. Die Technologie, die jetzt bei den OPs zum Einsatz kommt, hilft der:m Operateur:in auf die jeweilige Anatomie genau einzugehen und dadurch die Beinachse individuell zu korrigieren: Der Computer rekonstruiert anhand eines CTs dreidimensional die gesunde Anatomie und der Roboterarm sägt exakt im optimalen Grad und Winkel – präziser, als das menschliche Auge es je erfassen könnte.

So verringert sich die Gefahr von Fehlschnitten und Verletzungen von Blutgefäßen. Zudem lässt sich die Bandspannung optimal bestimmen, damit das neue Gelenk perfekt sitzt. Dies führt nachweislich zu deutlich besseren Ergebnissen, sowohl hinsichtlich der Zufriedenheit, der Funktion aber auch der Standzeit der Prothese. Doch die Forschung geht gerade einen noch revolutionäreren Schritt. „Big Data eröffnet eine vollkommen neue Dimension in der patientenspezifischen Versorgung“, prognostiziert von Eisenhart-Rothe.

Innovative Techniken in Diagnostik und Therapie

Ziel ist es ein genaues Abbild des Knies zu berechnen, was man einen digitalen Zwilling nennt. „Einen digitalen Zwilling zu schaffen, mit dem der Roboter durch Simulation dann bei der OP sofort weiß, welches Knie er wie zu operieren hat, um für genau diesen Patienten das beste Ergebnis zu erzielen“, erklärt der Professor. In schon rund fünf Jahren, so schätzt er, wird die Datenbank, in die jetzt schon die Auswertungen aller roboterassistierten Gelenkersatzoperationen einfließen, so weit sein. Die Münchner Universitätsklinik bietet hierfür mit dem geballten Knowhow der School of Robotics, dem Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz in der Medizin und den Ingenieurswissenschaften, ein perfektes, weltweit führendes Umfeld.

Das Netzwerk der Uniklinik bietet auch im täglichen Ablauf Vorteile für Ärzt:innen und Patient:innen. Unter dem Dach der Klinik für Orthopädie arbeiten die Endoprothetiker eng mit den Sportorthopäden zusammen, die mehr auf die gelenkerhaltenden Methoden spezialisiert sind. So kann jedem Patienten die optimale Therapie auf dem neuesten Stand angeboten werden. Auch haben die Orthopäden Zugriff auf die komplette Bandbreite der Medizin – von Mikrobiologen und Internisten über Schmerztherapeuten bis hin zu Kardiologen. Dies ist wichtig besonders bei schweren Fällen im Bereich der Tumororthopädie und der septischen Orthopädie – auch hier ist die Klinik dank innovativer Techniken in Diagnostik und Therapie führend.

Ziel ist es, das Beste für die Patient:innen herauszuholen. Ob mit einer innovativen Operationstechnik wie „AMIS“, einem minimalinvasiven, muskel- und gewebeschonendem Zugangsweg zum Hüftgelenk, oder dem Fast-Track-Konzept, das die Liegezeiten in der Klinik verkürzt. Dazu gehört etwa, dass die Patient:innen mit Wassereis versorgt werden. „Es liefert dem Körper schnell Kalorien und verhindert, dass er in das typische katabolische Loch nach einer OP fällt“, erklärt von Eisenhart-Rothe.

„So wird der Patient schneller wieder fit.“ Die Anzahl der endoprothetischen Operationen hat zugenommen, nicht nur, weil Menschen älter werden, sondern weil sie in jedem Alter trotz Arthrose mehr Lebensqualität wünschen und ihrem Sport nachgehen wollen. Früher hat man 50-Jährigen gesagt, sie sollten noch 20 Jahre warten. „Heute weiß man, dass die Funktion des Gelenks vor der Operation ganz wesentlich bestimmt, wie die Funktion danach ist“, berichtet Prof. Dr. von Eisenhart-Rothe. „Wartet man zu lange, kann es sein, dass man Hüfte oder Knie nicht mehr auf das gewünschte Niveau bringt.“

Worauf sollte man achten, wenn das Thema Gelenkersatz aktuell wird? „Der Arzt sollte zertifiziert und spezialisiert sein“, rät von Eisenhart-Rothe. Dabei hilft das EndoCert-Qualitätssiegel der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, das belegt, dass die (Senior-)Operateure sich regelmäßig fortbilden und mindestens 50 bzw. 100 Eingriffe pro Jahr durchführen, also Routine haben. „Wichtig ist auch Vertrauen in den Arzt, deshalb schauen Sie sich ruhig verschiedene an.“ Was ist die Hauptsorge der Patienten? Die erste Frage sei immer: „Was darf ich danach noch machen?“, so der Professor. Seine Antwort: „Alles, was Sie sich in Ihrem neuen Alltag nach der Genesung zutrauen. Denn wenn Sie danach nicht aktiv sind, brauche ich nicht zu operieren.“

Univ.-Prof. Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe

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