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Erfolg beginnt im Mund – Mit dem richtigen Biss zur Medaille

In den letzten Jahren rückt das Thema Sportzahnmedizin in den Zahnarztpraxen vermehrt in den Fokus. Was in Japan und in den USA längst etabliert ist – jeder Profi-Verein platziert mittlerweile seinen eigenen Teamsportzahnarzt im Training und am Spielfeldrand – ist in Europa und speziell in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Die Zahnmedizin findet im Sport leider bislang zu wenig Beachtung, obwohl die Schäden nicht unerheblich sind und weit über das eigentliche Zahntrauma bei Sportunfällen hinaus geht. Generell lässt sich sagen, dass sich die Sportzahnmedizin neben der Behandlung von Wunden und Verletzungen im Mund auch mit leistungsmindernden Beeinträchtigungen wie versteckten Entzündungen oder falschem Biss beschäftigt. 2012 wurde die Deutsche Gesellschaft für Sportzahnmedizin (DGSZM) gegründet und 2016 als Verein eingetragen, mit dem Ziel, Profi- und Breitensportler bundesweit zu versorgen, einheitliche und wissenschaftlich geprüfte Standards zu etablieren, Studien zu betreuen und vor allem, den Athleten zügig erfahrene Ansprechpartner zu vermitteln. Auch einige Zahnärzte aus dem Verbund PREMIUM KLINIKEN und PRAXEN sind in der DGSZM aktiv vertreten und betreuen Vereine und Leistungssportler.

Im Spitzensport entscheiden oft nur Nuancen über Sieg oder Niederlage, eine Leistungsverbesserung um wenige Prozent kann also entscheidend sein. So gilt es gemeinsam mit Sportmedizinern, Physiotherapeuten und Trainern diese Potentiale auszuschöpfen. Die Sportzahnmedizin kann dazu einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten, schonende non- oder minimalinvasive, sowie ganzheitliche Konzepte stehen dabei im Vordergrund. Auf Basis seriöser Studien, fokussiert sich die Sportzahnmedizin mit ihren Behandlungsmethoden daher auf einige wesentliche Schwerpunkte, die für einen Sportler und seine Erfolge von großer Wichtigkeit sind: Gleichgewicht, Koordination, Konzentration, Beweglichkeit, Bewegungsausmaß, Stabilität, Maximalkraft, Ausdauer (Cortisolspiegel sinkt, Ausdauer wird erhöht), Regeneration (geruhsamer Schlaf, Kombi mit Schnarcherschiene) und Psyche.

Vom Scheitel bis zur Sohle

Aufgrund vieler neuerer bewegungsphysiologischer Erkenntnisse werden Leistungssportler heute auch im dentalen Bereich professionell betreut. Gerade die Vereine wissen die modernen Möglichkeiten der Vorbeugung von Verletzungen und Leistungssteigerungen durch gesunde Zähne und ausbalanciertes Kauen zu schätzen. Beeinträchtigungen des Kauorgans können sich nämlich enorm auf die sportliche Leistung auswirken. Fehlbelastungen des Kiefers können beispielsweise muskuläre Irritationen im Nacken-, Rücken- und Hüftbereich erzeugen. Dadurch erhöht sich die Verletzungsanfälligkeit. Daher ist ein enges interdisziplinäres Netzwerk von Internisten, Kardiologen, Orthopäden, Physiotherapeuten und eben Sportzahnärzten essenziell. Wenn man so will, ist die Sportzahnmedizin Bindeglied zwischen den Fachdisziplinen. Studien haben zusätzlich gezeigt, dass die Mundgesundheit Einfluss auf die Konzentration und das Gleichgewicht des Sportlers hat.

Zusammenhänge zwischen allgemeiner Gesundheit und Zähne

Athleten unterschätzen oft den Stellenwert der oralen Gesundheit und den Einfluss auf ihr sportliches Leistungsniveau. So ist es nicht verwunderlich, das es nicht besonders gut um die Zahngesundheit bei Profisportlern steht: Aktuelle Studien zeigen, dass fast 80 Prozent von ihnen an Zahnfleischentzündungen und 55 Prozent an Karies leiden. Gründe hierfür liegen unter anderem in den besonderen Streßsituationen, der zuckerhaltigen und „Energie“-geladenen Ernährung, sowie der unzureichenden Aufklärung. Gerade im Ausdauerbereich werden häufig isotonische Getränke und kohlehydratreiche Riegel verzehrt, die jedoch durch ihren hohen Zuckeranteil und die enthaltenen Säuren die Zahnoberfläche massiv angreifen. Die dadurch entstehenden Entzündungen haben wiederum einen direkten Einfluss auf den Stoffwechsel und den körpereigenen Säure-Basen-Haushalt. Ist ein Sportler derart übersäuert, hat dies negative Auswirkungen auf seine Muskulatur und in der logischen Folge natürlich auch auf seine Performance.

Prävention

Entzündungen im Mundbereich können nicht nur sportliche Leistungen mindern, auch die Verletzungsanfälligkeit und körperliche Beeinträchtigungen wie Gelenkschmerzen oder Herz-Rhythmus-Störungen nehmen zu. So steht an erster Stelle der Sportzahnmedizin die Prävention mit allen Möglichkeiten des Pre-Checks sowie die Verletzungs-Prophylaxe. Das heißt, dass jedwede Entzündung diagnostiziert und behandelt werden muss – sei es dass Weisheitszähne nicht richtig durchgebrochen sind, das Zahnfleisch blutet oder Zähne beherdet sind. Auch plagen Sportler oftmals wurzeltote Zähne, die entweder therapiert oder in letzter Instanz entfernt werden müssen. Ein notwendiger Schritt, denn abgestorbene Zähne verursachen sehr oft Komplikationen in Körperteilen oder Organen. Konnten alle Entzündungen erfolgreich behandelt werden, führt dies regelmäßig zu Leistungssteigerungen.

Mundschutz ist nicht gleich Zahnschutz

Zunächst denkt man vor allem bei Kontaktsportarten wie Boxen, Eishockey oder Skicross an den klassischen Mundschutz. Dieser soll im Falle von Stürzen und Unfällen nicht nur die Zähne vor Frakturen schützen, sondern durch die Pufferung auch Gehirnerschütterungen oder Gesichtsverletzungen verhindern. Darüber hinaus ist inzwischen aber auch in der Wissenschaft bestätigt, dass sogenannte Performanceschienen die Leistung der Sportler nachhaltig verbessern und auch vor Verletzungen schützen können. Dabei gilt es, den Härtegrad mit dem Trage- und Atmungskomfort individuell perfekt abzustimmen. Bei einigen Sportarten kann der sogenannte Mouthguard oder die Performanceschiene auch die zusätzliche Funktion einer Kraftschiene übernehmen. Eine perfekt angepasste Kraftschiene kann die Performance des Sportlers steigern: „Er hat mehr Biss“.

Ein falsch angepasster Mundschutz kann jedoch genauso wie ein falscher Biss zu Verspannungen der Kaumuskulatur führen, was sich wiederum negativ auf die Hals-Nacken-, Rumpf -und Beinmuskulatur auswirkt. In der Folge entstehen häufig Verletzungen oder chronische Beschwerden an ganz anderen Stellen. Da dies häufig nicht mit dem Biss in Verbindung gebracht wird, kommt es manchmal zu einer wahren Ärzteodyssee. Gezielte zahnärztliche Intervention hat hier schon so manchem prominenten Sportler geholfen.

Digitale Bewegungsanalysen spielen dabei in der Diagnostik eine herausragende Rolle. Individuelle, nicht manipulierte Registrierungen der Bißsituation mit entspannter Muskulatur sind aus dem Profisport nicht mehr wegzudenken. Beim Zubeissen auf die Schiene erwirkt der neuromuskluäre Regelkreis ein Feedback ans Gehirn und an die Muskulatur, dass alles in der Balance ist und führt somit zur Entspannung – der Athlet ist im Lot. Zudem bekommen die Sportler mehr Sauerstoff, da durch die Schiene die Rachenpforte vergrößert wird.

Der intraorale Scan in Kombination mit einer individuellen Bewegungsdiagnostik ist die Herausforderung der Zukunft. Im digitalen Workflow werden Schienen zukünftig vom Scanner bis zur CAD/CAM-Fräsung individuell und reproduzierbar gefertigt. Dies hat zudem den Vorteil, dass eine Neuherstellung bei Bruch oder Verlust unkompliziert und kostengünstig möglich ist. Der Blick in die Glaskugel verrät, dass es zukünftig möglich sein wird, Sportschienen mit Chips auszustatten, die exakte Daten über die Leistungsparameter des Sportlers erfassen. Zusätzlich können über den Speichel zahlreiche wichtige Stoffwechselinformationen gesammelt werden.

Schnelle Regeneration durch Muskelentspannung

Nicht nur die Ernährung, die Atmung und die Sauerstoffversorgung sind für den Spitzensportler nach vollbrachter Leistung von entscheidender Bedeutung. Gerade für einen entspannten, regenerierenden Schlaf und die maximale Sauerstoffaufnahme, kann die Sportzahnmedizin zusammen mit der zahnärztlichen Schlafmedizin (beispielsweise Schnarchschienen) wertvolle Hilfestellung leisten.

Die Sportzahnmedizin ist für jeden Menschen interessant

Die meisten Menschen betreiben Sport und deshalb können die Erkenntnisse aus der Sportzahnmedizin natürlich auf jeden Einzelnen übertragen werden. Gerade der Breitensport ist dankbar für Informationen und Hilfestellungen, wenn es um die Verbesserung seiner Leistung geht. Eine gründliche Zahnuntersuchung und die Analyse über Körperhaltung und den Einfluss der Zähne auf diese macht bei jedem Menschen Sinn. Schließlich möchte niemand von kranken Zähnen in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt werden.

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