Zahnersatz

Gehen ein oder mehrere Zähne verloren, lassen sie sich durch Kronen, Teilkronen, Brücken, Prothesen oder Implantate ersetzen. PREMIUM-Ärzte verwenden nur hochwertigen, bestgeeigneten Zahnersatz, um ihren Patienten wieder schöne Zähne und ein strahlendes Lächeln zu schenken. Bei Diagnostik und Behandlung nutzen sie modernste computerunterstützte Verfahren, die hervorragende Passgenauigkeit beim Zahnersatz ermöglichen.

Vor der Zahnersatz-Behandlung

Zur Planung werden Röntgenbilder und Abdrücke der Zähne für Modelle angefertigt. In komplexen Fällen findet eine ausführliche Besprechung mit dem Zahntechniker und dem behandelnden Zahnarzt statt, um den Erwartungen des Patienten auch entsprechen zu können. Dabei kann das spätere Ergebnis am Computer oder am Gipsmodell simuliert werden.

Ablauf der Zahnersatz-Behandlung

Unter lokaler Betäubung wird die Karies entfernt. Der Zahn wird dann mit einer Unterfüllung aus Kunststoff wieder aufgebaut und eine Form für die spätere zahntechnische Versorgung präpariert. Um das Zahnfleisch bei der Behandlung nicht zu verletzen und beim Abdruck einen Abstand zum Zahn zu schaffen, kann ein dünner Faden leicht in den obersten Rand des Zahnfleisches eingebracht werden. Dieser wird nach der Sitzung wieder entnommen und schädigt das Zahnfleisch nicht. Ist die Zahnpräparation abgeschlossen, wird ein Abdruck der neuen Situation für das zahntechnische Labor angefertigt, das mit dem Abdruck ein Gipsmodell der Mundsituation herstellt; auf diesem wird anschließend der keramische Zahnersatz individuell hergestellt. Beim nächsten Termin in der Praxis wird der Zahnersatz anprobiert und auf Ästhetik und Funktion geprüft. Passt alles und sieht alles gut aus, kann er gleich zementiert werden. In einem Folgetermin wird nochmals die Funktion geprüft.

Möglichkeiten des Zahnersatzes

Entsprechend der Situation, ob ein Zahn fehlt, abgebrochen ist oder Lücken zwischen Zähnen zu schließen sind, wird der passende Zahnersatz ausgewählt:

Zahnersatz

Prophy­laxe / Professio­nelle Zahn­reinigung (PZR)

PROPHYLAXE

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) ist ein Hauptbestandteil der zahnmedizinischen Prophylaxe. Man versteht darunter eine mechanische Reinigung der Zähne, die deutlich über das hinausgeht, was jeder Mensch selbst täglich zu Hause durchführt.

INDIKATION

Auf Zähnen bildet sich nach 1 bis 2 Tagen ein Belag aus Speiseresten und Bakterien, den man Plaque nennt. Dieser Biofilm besteht aus Milliarden von Bakterien, die einen regen Stoffwechsel entwickeln, Nahrungsreste verdauen und Säuren sowie Zellgifte ausscheiden. Durch diese aggressiven Substanzen entstehen Zahnschäden (Zahnkaries), Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder sogar Knochenabbau (Parodontitis). Trotz gründlicher Zahnpflege gelingt es vielen Patienten nicht, alle Zwischenräume und Nischen in der Mundhöhle zu erreichen und diese Bakterien zu entfernen. Die so entstehenden Beläge verfärben sich durch Einflüsse wie das Rauchen oder in der Nahrung enthaltene Farbstoffe braun.

VORSORGE

Die Professionelle Zahnreinigung sollte regelmäßig alle 6 bis 12 Monate durchgeführt werden. Dabei hängt die Häufigkeit von individuellen Faktoren ab. Studien belegen, dass Hygiene- und Ernährungsgewohnheiten die Gesundheit im Mund entscheidend beeinflussen. Bei kariesaktivem Gebiss oder parodontaler Vorschädigung sollte eine PZR mindestens alle 3 bis 6 Monate durchgeführt werden. Zusätzlich wird nach jeder PZR-Behandlung die regelmäßige Anwendung von Fluoriden empfohlen, die den Zahnschmelz härten.

WIRKSAMKEIT

Bereits in den 1980er-Jahren wurde in Studien nachgewiesen, dass durch die regelmäßige systematische Zahnreinigung das Parodontitis- und Kariesrisiko – und damit die Wahrscheinlichkeit einer dentalen Erkrankung – stark gesenkt werden kann. Der Langzeiterfolg einer regelmäßigen systematischen Karies- und Parodontitisprophylaxe ist erwiesen.

BEHANDLUNG

Die PZR wird von fortgebildeten Fachkräften durchgeführt. Dies sind Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistenten (ZMP), Zahnmedizinische Fachassistenten (ZMF) oder Dental-Hygieniker (DH). Soweit sie klinisch sichtbar und erreichbar sind, umfasst die PZR eine vollständige Entfernung versteckter weicher und auch mineralisierter Zahnbeläge oberhalb (Zahnstein) und unterhalb (Konkrement) des Zahnfleisches. Dazu verwendet werden Handinstrumente (u.a. spezielle Kratzer, feinstes Schleifpapier, Bürstchen oder Zahnseide) und Ultraschallgeräte. Dann können eventuell verbliebene Verfärbungen und Ablagerungen auf Zahnoberflächen oder Kronen mit einem Pulverstrahl entfernt sowie mit einem rotierenden Gummikelch und einer Prophylaxepaste poliert werden. Das glättet die Zahnoberflächen und erschwert ein Neuansetzen von Belägen. Abschließend werden zum Schutz des Zahnschmelzes alle Zahnoberflächen mit einem speziellen Fluoridlack behandelt.

Prophylaxe

Zähne bleichen / Bleaching

Zähne bleichen / Bleaching

Die Zahnaufhellung (aus dem Englischen to bleach für bleichen) ist eine Methode, um Zähne aus kosmetischen und ästhetischen Gründen aufzuhellen. Verfärbungen von Zähnen unterscheiden sich von Belägen dadurch, dass sich farbgebende Stoffe unterhalb der Zahnoberfläche in den Zahnschmelz und das Dentin eingelagert haben und daher nicht mehr durch eine Zahnreinigung entfernt werden können. Dennoch ist vor einer Aufhellungsbehandlung eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) sinnvoll, da nur bei einem belagsfreien Zahn die wirkliche Zahnfarbe zu beurteilen ist und die nachfolgende Aufhellungsbehandlung besser auf die Zahnsubstanzen einwirken kann. Auch eine zahnärztliche Überprüfung auf Zahn- oder Zahnfleischschäden sollte in jedem Fall vor einer Bleaching-Behandlung stehen.

Ursachen von Zahnverfärbungen

Zahnverfärbungen können entstehen, wenn färbende Lebens- und Genussmittel wie alkoholische Getränke, Tee, Tabakrauch, Kaffee, Säfte usw. in den Zahn eindringen. Aber auch innere Faktoren – dies können zum Beispiel die Auswirkung von Medikamenten oder Mangelernährung sein – führen eventuell zu Zahnverfärbungen.

Zähne aufhellen - Methoden des Zahnbleachings

Zur Zahnaufhellung kommen in der Regel Präparate zum Einsatz, die Wasserstoffperoxid enthalten. Diese Substanzen können in den Zahn eindringen und dort Sauerstoff-Radikale abspalten, die in der Lage sind, Farbstoffe im Zahn chemisch so zu verändern, dass sie nicht mehr farblich in Erscheinung treten.

Zahnaufhellung mit individuell gefertigten Zahnschienen ("Home Bleaching")

Bei dieser Methode wird für den Patienten – nach Abformung der Zähne und Modellherstellung – eine passgenaue Kunststoffschiene angefertigt, welche die Zähne überdeckt. Zur Zahnaufhellung wird diese Schiene mit peroxidhaltigem Aufhellungsgel (10 bis 20 Prozent Peroxid) punktförmig befüllt. Je nach individueller Ausgangssituation trägt der Patient diese Schiene zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden pro Tag – an bis zu 14 aufeinanderfolgenden Tagen. Das Home Bleaching ist vor allem dann sinnvoll, wenn der gesamte Zahnbogen aufgehellt werden soll. Denn bei unveränderter Zahnstellung können Patienten ihre Schiene noch Jahre später zum Auffrischen wiederverwenden.

Aufhellung duch direktes Auftragen des Bleaching-Gels beim Zahnarzt ("In-Office" Bleaching")

Bei dieser Methode werden höher konzentrierte Bleichgele eingesetzt. Daher erfolgt diese Behandlung in der Praxis. Zur Vorbereitung wird das Zahnfleisch mit einem gummiartigen Überzug, dem sogenannten „Kofferdam“, oder einem fließfähigen Material, dem „Gingiva Protector“, geschützt und abgedeckt. Das Aufhellungsmittel wird anschließend vom Arzt direkt auf die zu behandelnden Zähne aufgetragen und wirkt dort ein. Mitunter wird die Wirksamkeit bei einigen Gelen durch eine Lichtbestrahlung mit Bleaching-Lampen intensiviert. Nach 15 bis 45 Minuten wird das Gel entfernt. Ist die Aufhellung noch nicht ausreichend, kann das Verfahren wiederholt werden.

In der Regel sind bei einer erstmaligen Zahnaufhellung 1 bis 3 Behandlungen nötig, um ein dauerhaftes Ergebnis (ein Jahr und länger) zu erreichen. Das Power Bleaching wird meist gewählt, wenn es um die Aufhellung einzelner, vor allem vitaler (lebender) Zähne geht bzw. wenn der Wunsch nach helleren Zähnen schnell umgesetzt werden soll.

Aufhellen verfärbter Zähne durch Einlagen im dunklen Zahn ("Walking-Bleach-Technik")

Ist ein einzelner, bereits abgestorbener Zahn aufzuhellen, kann dies auch mit einer Einlage im Zahn geschehen. Die Krone des Zahnes wird dazu geöffnet (durch die vorangegangene Wurzelkanalbehandlung ist diese ja bereits aufgebohrt worden) und ein geeignetes Mittel in die Höhle eingebracht. Der Zahn wird dann wieder provisorisch verschlossen. Die Einlage kann jetzt mehrere Tage wirken, dann wird sie entfernt und die Krone wieder dauerhaft versiegelt. Allerdings dauert es einige weitere Tage, bis sich das Peroxid vom Zahninneren durch den Zahnschmelz gearbeitet hat – die  Aufhellung wird also zeitverzögert sichtbar. Sollte die erreichte Zahnfarbe nicht dem Wunschergebnis entsprechen, kann die Methode wiederholt werden. Deswegen verzichten viele Zahnärzte auch auf das vorschnelle erneute Verschließen der Krone, bis die Wunschfarbe erreicht ist.

Wie lange hält die Wirkung einer Zahnaufhellung an?

Für alle marktüblichen Methoden gilt: Die Aufhellung der Zähne hält nicht ewig, jedoch oft jahrelang. Die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses ist wesentlich von der Qualität und Quantität der Mundhygiene, den individuellen Konsumgewohnheiten – insbesondere von Kaffee, Tabak und Tee – sowie einer regelmäßig durchgeführten PZR abhängig. Sobald die aufgehellten Zähne im Ganzen oder partiell merklich nachdunkeln, muss das Bleaching wiederholt werden.

Bleaching

Veneers (Verblend­schalen)

Hierbei handelt es sich um hauchdünne, aber hochfeste Keramikschalen, welche die sichtbare Zahnoberfläche umhüllen. Mit Veneers werden Farbe und Form der Zähne individuell und dauerhaft rekonstruiert. Anders als bei aufwendigen Überkronungen wird die gesunde Zahnsubstanz nur geringfügig reduziert, es wird lediglich eine 0,2 bis 0,5 Millimeter dünne Schicht abgeschliffen. Mit Veneers können Lücken zwischen den Frontzähnen geschlossen, Zahnstellungsfehler korrigiert, abgebrochene oder stark abgenutzte Zähne aufgebaut, Zähne mit großen, unschönen Kunststofffüllungen verschönert und sehr stark verfärbte Zähne, bei denen Bleaching allein nicht ausreichend ist, wieder aufgehellt werden.

Veneers aus Keramik – die beste Wahl

Der große Vorteil von Veneers aus dem besonders widerstandsfähigen Werkstoff Keramik ist ihre Haltbarkeit und Beständigkeit. 15 Jahre sind keine Seltenheit, gute Zahnpflege spielt dabei eine wichtige Rolle. In der Regel ist auch bei jahrelangem Einsatz im Vergleich zu anderen, nicht mit Veneers versorgten Zähnen kein Unterschied im Hinblick auf den Verschleiß sichtbar. Dazu kommt, dass diese Veneers eine Leitfähigkeit für Temperaturen haben, die der des natürlichen Zahnschmelzes entspricht.  Der Zahnarzt platziert Veneers an den Fronten der sechs Schneidezähne bzw. an den beiden Backenzähnen, die neben den Eckzähnen sitzen.

Veneers sind geeignet

    •    bei deutlichen Zahnverfärbungen
    •    zum Kaschieren von Frontzahnlücken
    •    zur Rekonstruktion eines beschädigten Zahns
    •    zur optischen Korrektur abgeschliffener Zähne
    •    zur Formkorrektur zu kleiner Zähne (Fehlbildungen)

Veneers

Wurzel­behandlung / Endo­dontie

Wurzelbehandlung / Endodontie

Im Zahninneren befindet sich unter dem sehr harten Zahnschmelz und einer etwas weniger harten Schicht, dem Dentin, ein weiches Gewebe: die Pulpa. Sie enthält Blutgefäße, Nerven sowie Bindegewebe und reicht von der Zahnkrone bis zum Wurzelende. Die Pulpa ist wichtig für das Zahnwachstum und die Entwicklung des Zahnes. Der voll ausgebildete Zahn kann jedoch ohne Pulpa im Mund verbleiben, weil er weiterhin von dem ihn umgebenden Knochengewebe erhalten wird. Eine Wurzelkanalbehandlung wird dann nötig, wenn diese Pulpa entzündet oder infiziert ist. Dies kann eine Vielzahl von Gründen haben, zum Beispiel Karies, thermische oder chemische Reize, ein Riss im Zahn oder eine Unfallverletzung. Wenn die Entzündung der Pulpa nicht behandelt wird, kann das sowohl zu Schmerzen als auch zu einer Entzündung und zum Vereitern des Kieferknochens führen.

ABLAUF DER ZAHNWURZELBEHANDLUNG

Die erstmalige Wurzelkanalbehandlung wird in der Regel in 1 oder 2 Sitzungen durchgeführt. Dabei wird der Zahn örtlich betäubt. Im Anschluss wird an dem Zahn ein kleines, elastisches Spanngummituch angebracht, um ihn während der Behandlung frei von Speichel und Bakterien zu halten. Die Zahnkrone wird von oben geöffnet und die Nervenhöhle gereinigt. Anschließend werden die Wurzelkanäle mit feinen Feilen erweitert. Dann reinigt und desinfiziert der Arzt das gesamte Wurzelkanalsystem. Für die einzelnen Arbeitsschritte sind Lupenbrille oder Operationsmikroskop sehr hilfreich, um die feine und stark verzweigte Anatomie der Zahnwurzelkanäle zu erkennen. Nach der Desinfektion wird der Hohlraum in der Wurzel mit einem versiegelnden Material gefüllt. Als letzter Schritt wird der Zugang in der Zahnkrone mit einer bakteriendichten und stabilen Füllung verschlossen. So vorbereitet, kann der Zahn dann mit einer Krone versorgt werden.

Wurzelbehandlung

Zahnfleisch­behandlung

a) Parodontose / Parodontitis

Die Parodontitis (PA) ist eine bakteriell bedingte Entzündung, die sich in Abhängigkeit des Schweregrades auch in einer irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparats (Parodontium) zeigen kann. Umgangssprachlich wird von der Parodontose gesprochen. Gingivitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, aus der sich eine Parodontitis entwickeln kann. Erste Anzeichen für eine Entzündung sind Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten.

SYMPTOME FÜR PARODONTITIS UND GINGIVITIS

Die Parodontitis wird – wie die Gingivitis – durch bakteriellen Zahnbelag ausgelöst. Hauptunterscheidungsmerkmal der beiden Erkrankungen: Parodontitis ist vorhandener, röntgenologisch nachweisbarer Knochenabbau; bei der Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entstehen die vertieften Zahnfleischtaschen durch die entzündliche Schwellung der Gingiva. Eine lang andauernde Zahnfleischentzündung kann auf den Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Zement übergreifen. Der Übergang ist jedoch nicht zwangsläufig. Sowohl bei der Gingivitis als auch bei der Parodontitis werden aus dem Biofilm bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, die eine Abwehrreaktion des Körpers auslösen. Die Hauptrolle bei der Gewebszerstörung spielt also das eigene Immunsystem, das versucht, die Bakterien zu beseitigen. Dabei werden  u.a. Enzyme gebildet, die Bakterien zerstören sollen – die jedoch eine Zerstörung von Eigengewebe mit sich bringen. Das führt letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen. Die Folgen sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, das Zurückgehen des Zahnfleisches und schließlich Lockerung oder sogar Verlust der Zähne.

WIRKSAME BEHANDLUNG VON PARODONTITIS

Ziel der Behandlung ist es, den Entzündungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats zu beseitigen sowie Plaque, Zahnstein und die krank machende Bakterienflora zu beseitigen. Die Behandlung gliedert sich je nach Schweregrad der Erkrankung in verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Maßnahmen. In der sogenannten Hygienephase werden alle oberhalb des Zahnfleischrands gelegenen harten und weichen Beläge mittels PZR entfernt. Dazu können mehrere Sitzungen notwendig sein. Außerdem müssen in dieser Phase bei Bedarf Zahn- und Wurzelfüllungen gelegt oder erneuert und nicht zu erhaltende Zähne entfernt werden. Allein durch diese Hygienemaßnahmen kann bei vielen Patienten schon eine merkliche Besserung erreicht werden.

Im Anschluss daran beginnt die „geschlossene Behandlungsphase“, bei der die unterhalb des Zahnfleischrands liegenden harten und weichen Beläge schabend entfernt werden. Dies geschieht mit speziell geformten Handinstrumenten sowie schall- und ultraschallbetriebenen Geräten. Nach 2 bis 3 Wochen Heilungszeit wird das Ergebnis dieser Behandlung kontrolliert. Falls notwendig, wird sie an einzelnen Stellen wiederholt.

ZAHNFLEISCHTASCHEN UND PARODONTITIS

Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen (über 5 Millimeter), die durch die Hygienemaßnahmen und die geschlossene Behandlung nicht ausreichend zurückgegangen sind, kann es notwendig sein, in die offene Behandlungsphase überzugehen. Unter Betäubung werden dabei die erkrankten Bereiche chirurgisch geöffnet, das Zahnfleisch wird zurückgelegt und die entzündeten Knochen- und Zahnbereiche werden gereinigt. Anschließend wird das Zahnfleisch mikrochirurgisch vernäht. Zusätzlich ist es möglich, gesäuberte Knochentaschen mit Knochenersatzmaterialien aufzufüllen, mit Membranen abzudecken oder mit Schmelzmatrix-Protein-Gel zur Regeneration anzuregen. Die moderne regenerative Parodontaltherapie  zielt durch chirurgische Maßnahmen auf eine Regeneration (Neubildung) des parodontalen Gewebes. Dies sind Verfahren, die unter dem Begriff der „gesteuerten Geweberegeneration“ (GTR) zusammengefasst werden. Durch verschiedene Methoden, zum Beispiel der Verwendung von bioaktivem Knochenersatzmaterial, Membrantechnik oder Wachstumsproteinen, kann geschädigtes Gewebe wieder regeneriert werden.

Die 5 krankmachenden, parodontalen Hauptbakterien werden verschieden therapiert: Bei 3 Typen genügt eine Kürettage, bei den beiden anderen müssen zusätzlich Antibiotika verabreicht werden. Je nach Anzahl der Knochendefekte können diese in Tablettenform (systemisch) gegeben oder direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht werden (lokal). In beiden Fällen ist es von Vorteil, vorher eine Keimbestimmung durchzuführen. Es ist jedoch sinnlos, die Infektion mit Antibiotika zu therapieren, ohne die Zähne vorher zu reinigen. Denn die Bakterien sind in ihrem Biofilm vor der Einwirkung des antibiotischen Medikaments fast vollkommen geschützt. Eine weitere lokale Behandlungsmethode ist das direkte Einbringen eines antiseptischen Chips aus Chlorhexidin in die Zahnfleischtasche. Dieser sorgt für eine nachhaltige Keimfreiheit in der entzündeten Zahnfleischtasche und baut sich biologisch von selbst ab.

PROGNOSE

Rechtzeitig und richtig behandelt, kann eine Parodontitis fast immer geheilt werden. Allerdings ist diese Behandlung zum Teil sehr langwierig und immer stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Jeder Betroffene muss sich darüber im Klaren sein, dass eine erneute Entzündung grundsätzlich möglich ist. Darum sind auch nach Beendigung der eigentlichen Therapie regelmäßige Nachsorge und professionelle Zahnreinigung im Abstand von 3 Monaten notwendig.

b) Freiliegende Zahnhälse / Rezessionsdeckung / Zahnfleischaufbau

Wenn einzelne Zahnhälse freiliegen, ist dies meist die Folge von falscher, zu aggressiver Zahnpflege oder Fehlbelastungen der Zähne, zum Beispiel durch Knirschen. Manchmal kann auch eine schlecht sitzende Krone die Ursache sein. Das Zahnfleisch weicht an den Außenflächen der Zähne zurück und lässt diese optisch länger wirken. Zudem sind die betroffenen Zähne oft heiß/kalt-empfindlich, und an der freiliegenden Wurzel kann sich leicht eine Karies bilden.

BEHANDLUNG FREILIEGENDER ZAHNHÄLSE

Nach Beseitigung der Ursachen für den Zahnfleischrückgang können die Zahnhälse mit mikrochirurgischen Techniken wieder gedeckt werden, durch Verschiebung des umliegenden Zahnfleisches oder mit einem Zahnfleischtransplantat. Als körpereigenes Transplantat wird dabei ein Streifen von Zahnfleisch aus dem Gaumenbereich entnommen. Dies ist nicht schmerzhafter als eine Verbrennung am Gaumen durch eine zu heiß gegessene Pizza. Die Entnahmestelle am Gaumen ist nach einer Woche verheilt. Verwendet man zusätzlich Schmelz-Matrix-Proteine (Emdogain), ermöglichen diese eine echte Regeneration von verloren gegangenem Zahnfleisch. Emdogain besteht aus verschiedenen Proteinen, die sich zu einer Matrix vereinigen und die Bildung von körpereigenem Wurzelzement anregen. Zusätzlich hat Emdogain auch eine positive Wirkung auf die Heilung.

ZAHNFLEISCHRÜCKGANG: NACH DER BEHANDLUNG

Zunächst darf der betroffene Bereich nicht mit der Zahnbürste gereinigt werden – er wird bei den Kontrollterminen in der Praxis professionell gesäubert. In den ersten drei Tagen können Schwellungen auftreten, die nach etwa einer Woche wieder abgeklungen sind. Blutergüsse sind nach einem Zeitraum von etwa 10 Tagen meist nicht mehr zu erkennen. Ein leichter Schmerz, der gut mit Medikamenten abgedeckt werden kann, ist in den ersten Tagen nach dem Eingriff spürbar. Auch das Kühlen der behandelten Stelle bringt Linderung. Beim Schlafen sollten Kopf und Oberkörper erhöht gelagert werden. In den Tagen nach der Behandlung sollten Sport, körperliche Anstrengung, Rauchen, koffeinhaltige Getränke, Alkohol sowie Milchprodukte und körnerhaltige Lebensmittel vermieden werden. Nach einer Rezessionsdeckung kann auf lange Sicht eine Wurzeldeckung von im Durchschnitt 90 Prozent erreicht werden.

Zahnfleischbehandlung

Zähne­knirschen und CMD (Cranio­mandibuläre Dys­funktion)

Zähneknirschen und CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)

70 bis 80 Prozent der Bevölkerung knirschen und pressen tagsüber und nachts. Die Kaumuskulatur, das Kiefergelenk und der Zusammenbiss arbeiten nicht optimal zusammen und verursachen Beschwerden und Funktionsstörungen. Häufig treten die Beschwerden allerdings nicht nur dort auf, wo die Störung sitzt, sondern an anderen Stellen des Körpers: Viele Patienten klagen über Schmerzen im Rücken und Nacken, sie verspüren Spannungsschmerzen oder Migräne oder entwickeln sogar ein Schwindelsyndrom und einen Tinnitus (Ohrenpfeifen). Durch gezielte Behandlung der funktionellen Probleme im Kiefer kann der spezialisierte Zahnarzt Abhilfe schaffen. Viele Zahnärzte von PREMIUM KLINIKEN & PRAXEN sind auf diese Behandlungen spezialisiert und arbeiten für das optimale Behandlungsergebnis mit Experten aus Orthopädie, Osteopathie und Physiotherapie zusammen.

URSACHEN UND SYMPTOME VON ZÄHNEKNIRSCHEN UND CMD

Wenn der Mensch gestresst ist, versucht der Körper den Stress irgendwie abzubauen. Bewegung hilft dabei. Doch in den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass viele Menschen den Stress des Tages in der Nacht verarbeiten, indem sie mit den Zähnen knirschen und pressen. Inzwischen weiß man, dass das Knirschen den Menschen dabei hilft, den Stress auf einer unbewussten Ebene abzubauen – allerdings auf Kosten der Zahngesundheit. Die Betroffenen merken häufig lange Zeit nichts von dieser zerstörerischen Gewohnheit. Schließlich hören sie nicht, wie ihre Zähne in der Nacht knirschen und mahlen. Doch wer morgens häufig wie gerädert aufwacht und am Frühstückstisch das Gefühl hat, dass es im Kiefer knackt und im Nacken schmerzt, sollte sich Rat bei einem Zahnarzt suchen, der sich mit der sogenannten craniomandibulären Dysfunktion (CMD) auskennt.

AUSWIRKUNGEN VON CMD AUF ZÄHNE, KAUAPPARAT UND MUSKULATUR

Beim Zähneknirschen wirken enorme Kräfte auf die Zähne und den Kauapparat – immerhin ist der Kiefermuskel der stärkste Muskel im gesamten Körper! Wer des Nachts mit den Zähnen knirscht, kann seine Zähne und den gesamten Kauapparat enorm schädigen. Herausgebissene Kronen und flach abgeriebene Zähnen können die Folge sein. Die Stellung der Zähne wie auch die Stellung des Kiefergelenks verändern sich ungünstig. Nicht selten werden die Zähne durch das Knirschen auch extrem überempfindlich für Kälte und Hitze, weil der schützende Schmelz abschleift. Falls auch noch eine Fehlstellung der Zähne oder fehlerhafte Zahnkonstruktionen vorliegen, wird das gesamte System stark destabilisiert. Der Halteapparat – also Zahnfleisch und Kiefer – versuchen diese Belastung auszugleichen. Deshalb entstehen durch das Zähne- knirschen häufig Verspannungen und Schmerzen in ganz anderen Regionen des Körpers: im Rücken, Nacken oder Kopfbereich.

DIAGNOSTIK UND BEHANDLUNG VON CMD

Das Problem ist komplex, und nur eine umfangreiche Diagnostik – die sogenannte Funktionsanalyse – kann die muskulären und gelenkspezifischen Störungen exakt beschreiben und analysieren. Im Rahmen der Diagnose werden die Muskeln des Patienten sorgfältig untersucht und das Knirschverhalten sowie die Kiefergelenkbewegungen in einer dreidimensionalen Analyse exakt dargestellt. Auch hier arbeiten die Zahnärzte von PREMIUM KLINIKEN & PRAXEN mit Experten aus anderen Disziplinen zusammen. Gemeinsam mit Orthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten entwickeln sie die beste Therapie. Als zahnmedizinische Therapie können beispielsweise eine gezielte Schienentherapie, eine Veränderung der Bisslage, Neurekonstruktionen oder auch kieferorthopädische Maßnahmen angezeigt sein.

CMD

Kinder­zahnarzt

KINDER BEIM ZAHNARZT – DIE BESTE BEHANDLUNG

Die Zahn- und Kieferbehandlung von Kindern erfordert vom Zahnarzt ein hohes Maß an psychologischem Geschick und Einfühlungsvermögen, insbesondere dann, wenn die Kleinen ängstlich sind oder aus anderen Gründen die Therapie erschweren oder sie verweigern. PREMIUM-Zahnärzte binden deshalb bereits vor Behandlungsbeginn die Eltern ein, geben Tipps für eine erfolgversprechende Vorbereitung auf den Besuch beim Zahnarzt und machen sich ein Bild von den Verhaltensmustern ihres jungen Patienten.

Vorbereitung auf den Besuch beim Kinderzahnarzt

Vor allem Kinder bis sieben Jahre legen Scheu und Widerstand vor der ungewohnten Situation im Behandlungsstuhl leichter ab, wenn sie den Umgang mit dem fremden Szenario vorher spielerisch kennenlernen und üben. Eltern können sie durch kleine Rollenspiele zu Hause darauf einstimmen, die dann spätere Stresssituationen vermeiden. Sätze wie „Es tut nicht weh“ oder „Du musst keine Angst haben“ sind dabei tabu, stattdessen sollte die kindliche Neugierde und das Interesse an gesunden Zähnen geweckt werden.

Das Praxisteam ist dankbar, wenn es sich dank entsprechender Informationen durch die Eltern auf die individuelle Bedürfnisse des Kindes einstellen und so einen kindgerechten Behandlungsablauf organisieren kann. Eine entspannte Atmosphäre, Freundlichkeit, das Erklären ungewohnter Geräusche und Apparaturen sowie verständnisvolles Eingehen auf kindliche Fragen sind selbstverständlich. Druck oder gar Zwang, womöglich verbinden mit Schmerzempfinden, könnten fatale Auswirkungen auf die kindliche Psyche und sogar eine womöglich lebenslange Zahnarztphobie zur Folge haben.

Behandlung von Milchzähnen

Auch wenn sie nur eine „Übergangslösung“ darstellen, sind die richtige Pflege und die eventuell erforderliche kompetente Behandlung von Milchzähnen von hoher Bedeutung für die Qualität des späteren Gebisses. Spezielle Prophylaxe-Programme für kleine Kinder insbesondere in der Zeit bis zur Einschulung bieten Eltern dazu umfassende Unterstützung. Medizinische Maßnahmen wie eine Fissurenversiegelung gewährleisten zuverlässigen Schutz vor Kariesbefall. Dass bei festgestellten oder drohenden Fehlbildungen von Zähnen und Kiefer ein Kieferorthopäde in die Behandlung einbezogen wird, ist selbstverständlich.

Schmerzlose Behandlung beim Kinderzahnarzt

Weniger aufwändige Kariesbehandlungen lassen sich in der Regel mit einer leichten, aber wirksamen lokalen Betäubung durchführen. Ein zuvor aufgetragenes Gel mit Fruchtgeschmack macht den Einstich der Spitze nicht mehr spürbar.

Narkose beim Kinderzahnarzt

Bei aufwändigeren Eingriffen und bei sehr unruhigen Kindern ist eine normale lokale Anästhesie möglicherweise keine ideale Vorgehensweise. Eine Vollnarkose wiederum wäre oft aus medizinischen Gründen allein gar nicht  erforderlich. Für viele Eltern stellt zudem die Vorstellung, ihr Kind hilflos mit ausgeschaltetem Bewusstsein zu sehen, ein Schreckensszenario dar. Doch die moderne Kinderzahnheilkunde besitzt eine Vielzahl abgestufter Methoden zur Schmerzausschaltung, die je nach Erfordernis eingesetzt werden können

Sanfte Sedierung für Kinder

Ein Beruhigungssaft, der entspannt und gleichzeitig das Angstgefühl minimiert, empfiehlt sich bei kleineren Eingriffen und unruhigen oder wenig kooperationsfähigen Kindern. Das sogenannte Dormicum wirkt nach etwa 20 Minuten und blendet in der Regel auch die Erinnerung an die Behandlung aus

Lachgas beim Kinderzahnarzt

Einfach anzuwenden, wirksam und ohne Nebenwirkungen: Die Schmerzausschaltung und Sedierung mit Lachgas ist bewährter Standard in der Zahnbehandlung von Kindern. Die Europäische Akademie für Kinderzahnheilkunde bewertet die Anwendung von Lachgas bei Kindern ab vier Jahren als nützlich.

Dämmerschlaf für Kinder

Die Kombination aus örtlicher Betäubung und einem Beruhigungsmittel, die sogenannte Analgosedierung, schont den kindlichen Organismus weitaus mehr als eine Vollnarkose. Das schnell wirkende Medikament zur Sedierung wird intravenös verabreicht. Die Maßnahme und die gesamte Überwachung des Patienten ist Aufgabe eines Anästhesisten.

Vollnarkose beim Kinderzahnarzt

Diese Methode sollte bei der zahnärztlichen Behandlung von Kindern nur in begründeten Ausnahmefällen angewandt werden. Die Apparaturen wie Beatmungsgeräte und Schläuche müssen in kindgerechter Ausführung vorhanden sein, der Anästhesist sollte ausreichend Erfahrung mit Kindernarkosen haben.

Hypnose für Kinder beim Zahnarzt

Die Versetzung in einen Trancezustand braucht zwar keine künstlichen Hilfsmittel, aber besonderes Geschick und Erfahrung des Behandlers. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird die kindliche Phantasie zielgerichtet aktiviert und der kleine Patient geht auf eine Traumreise, die ihn alles andere um ihn herum vergessen lässt.

Kinderzahnarzt

Kiefer­orthopädie

Die Kieferorthopädie korrigiert Fehlstellungen der Zähne und der Kiefer. Eine Zahnfehlstellung ist jegliche Stellung eines Zahnes außerhalb der idealen Form des Zahnbogens im Ober- und Unterkiefer, die ästhetisch und funktionell negativ auffällt oder im Zusammenbiss beider Kiefer stört.

FESTSITZENDE ZAHNSPANGEN / BRACKETS

Brackets (aus dem Englischen für „Klammern“) sind in der Kieferorthopädie gebräuchliche Befestigungselemente bei festsitzenden Zahnspangen. Sie werden durch spezielle Klebetechniken mit der Oberfläche des Zahns verklebt und bilden so einen Ansatzpunkt zur Bewegung von Zähnen. Jedes Bracket hat eine Vorrichtung für die Aufnahme von Bögen in Form eines horizontalen, schlitzartigen Schlosses. In diesem Schlitz wird der Bogen mithilfe eines feinen Drahtes (Ligaturen) befestigt. So sind alle Brackets miteinander verbunden. Der Bogen zieht die Zähne in die richtige Position und muss alle 5 bis 6 Wochen gewechselt werden. Heute werden Brackets neben Edelstahl aus Keramik, Komposit oder Titan hergestellt.

NACHTEILE VON BRACKETS

Die Mundhygiene ist stark erschwert, während die Brackets auf den Zähnen kleben. Bei schlechter Zahnpflege können dauerhafte Entkalkungsflecken auf den Zahnoberflächen zurückbleiben oder sogar eine Karies entstehen.

ZAHNSCHIENEN / ALIGNER-TECHNIK

Bei dieser Methode werden zuerst Abdrücke von Ober- und Unterkiefer in einem Labor digital eingescannt. Mithilfe eines speziellen Computergrafikprogrammes wird, ausgehend vom dem gescannten Ist-Zustand der Zahnreihen, ein vorher bestimmtes Behandlungsziel dreidimensional dargestellt und in einzelne Behandlungsphasen unterteilt. Für jede dieser Phasen werden anschließend einzelne, individuelle Schienen angefertigt, die jeweils ca. 2 Wochen lang getragen werden. In dieser Zeit werden die Zähne durch Druckausübung kontinuierlich in die vorher errechnete Richtung bewegt. Bei größeren Bewegungen müssen auf die Zähne kleine, zahnfarbene Kunststoffknöpfchen aufgebracht werden. Dann folgen die nächsten Schienen – bis das gewünschte Behandlungsziel erreicht ist. Die Dauer der Behandlung liegt je nach Grad der Fehlstellung üblicherweise zwischen 6 und 18 Monaten.

Kieferorthopädie

Zahnarzt­angst / schmerz­freie Zahn­behandlung

Zwar sind die Zeiten längst vorbei, in denen der Bohrer des Zahnarztes den empfindlichen Nerv schmerzhaft drangsalierte, aber dennoch fürchten sich viele Patienten – offen oder unterschwellig – vor Schmerzen bei der Behandlung. Dabei verfügt die moderne Zahnmedizin über ein enormes Repertoire an wirksamen und individuell einsetzbaren Betäubungs- und Narkosemöglichkeiten.

LOKALE BETÄUBUNG

Die örtliche Betäubung schaltet die Schmerzrezeptoren in einem begrenzten Bereich aus, ohne den Organismus zu belasten. Aus diesem Grund ist die örtliche Betäubung die Anästhesiemethode, die in der Zahnbehandlung am häufigsten eingesetzt wird. Inzwischen kann der Arzt sogar den unangenehmen Piekser der Spritzennadel verhindern, wenn er die entsprechende Fläche zuvor mit einem speziellen Betäubungsspray oder einer Salbe behandelt. Die lokale Betäubung ist Standard bei kleineren Eingriffen (Füllungen, Inlays oder Kronen). Aber auch bei der Entfernung eines nicht zu rettenden Zahnes oder beim Einsetzen von Implantaten lässt sich so wirksam Schmerzfreiheit herbeiführen.

ANALGOSEDIERUNG / DÄMMERSCHLAF

Manche Patienten fühlen sich trotz lokaler Betäubung nicht wohl bei der Behandlung ihrer Zähne oder empfinden sogar große Ängste. Hier kann die sogenannte Analgosedierung, auch als Dämmerschlaf bekannt, eine gute Lösung bieten: Der Patient bleibt bei Bewusstsein und ist ansprechbar, kann sich durch die gleichzeitige Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmitteln jedoch innerlich entspannen. Bei der Analgosedierung wird der Kreislauf des Patienten permanent überwacht, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewähren. Durch den intravenösen Zugang lässt sich außerdem jederzeit die Narkose vertiefen oder die Gabe der Schmerzmittel erhöhen, falls dies nötig erscheint. Insbesondere für Angstpatienten hat sich diese Narkoseform als außerordentlich sinnvoll erwiesen: Sie wirkt zuverlässig, schont den Körper und gibt dem Patienten zugleich die Möglichkeit, das Geschehen bei vollem Bewusstsein zu erleben.

Zahnarztangst

Sportzahnmedizin

Erfolg beginnt im Mund – Mit dem richtigen Biss zur Medaille

In den letzten Jahren rückt das Thema Sportzahnmedizin in den Zahnarztpraxen vermehrt in den Fokus. Was in Japan und in den USA längst etabliert ist – jeder Profi-Verein platziert mittlerweile seinen eigenen Teamsportzahnarzt im Training und am Spielfeldrand – ist in Europa und speziell in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Die Zahnmedizin findet im Sport leider bislang zu wenig Beachtung, obwohl die Schäden nicht unerheblich sind und weit über das eigentliche Zahntrauma bei Sportunfällen hinaus geht. Generell lässt sich sagen, dass sich die Sportzahnmedizin neben der Behandlung von Wunden und Verletzungen im Mund auch mit leistungsmindernden Beeinträchtigungen wie versteckten Entzündungen oder falschem Biss beschäftigt. 2012 wurde die Deutsche Gesellschaft für Sportzahnmedizin (DGSZM) gegründet und 2016 als Verein eingetragen, mit dem Ziel, Profi- und Breitensportler bundesweit zu versorgen, einheitliche und wissenschaftlich geprüfte Standards zu etablieren, Studien zu betreuen und vor allem, den Athleten zügig erfahrene Ansprechpartner zu vermitteln. Auch einige Zahnärzte aus dem Verbund PREMIUM KLINIKEN und PRAXEN sind in der DGSZM aktiv vertreten und betreuen Vereine und Leistungssportler.

Im Spitzensport entscheiden oft nur Nuancen über Sieg oder Niederlage, eine Leistungsverbesserung um wenige Prozent kann also entscheidend sein. So gilt es gemeinsam mit Sportmedizinern, Physiotherapeuten und Trainern diese Potentiale auszuschöpfen. Die Sportzahnmedizin kann dazu einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten, schonende non- oder minimalinvasive, sowie ganzheitliche Konzepte stehen dabei im Vordergrund. Auf Basis seriöser Studien, fokussiert sich die Sportzahnmedizin mit ihren Behandlungsmethoden daher auf einige wesentliche Schwerpunkte, die für einen Sportler und seine Erfolge von großer Wichtigkeit sind: Gleichgewicht, Koordination, Konzentration, Beweglichkeit, Bewegungsausmaß, Stabilität, Maximalkraft, Ausdauer (Cortisolspiegel sinkt, Ausdauer wird erhöht), Regeneration (geruhsamer Schlaf, Kombi mit Schnarcherschiene) und Psyche.

Vom Scheitel bis zur Sohle

Aufgrund vieler neuerer bewegungsphysiologischer Erkenntnisse werden Leistungssportler heute auch im dentalen Bereich professionell betreut. Gerade die Vereine wissen die modernen Möglichkeiten der Vorbeugung von Verletzungen und Leistungssteigerungen durch gesunde Zähne und ausbalanciertes Kauen zu schätzen. Beeinträchtigungen des Kauorgans können sich nämlich enorm auf die sportliche Leistung auswirken. Fehlbelastungen des Kiefers können beispielsweise muskuläre Irritationen im Nacken-, Rücken- und Hüftbereich erzeugen. Dadurch erhöht sich die Verletzungsanfälligkeit. Daher ist ein enges interdisziplinäres Netzwerk von Internisten, Kardiologen, Orthopäden, Physiotherapeuten und eben Sportzahnärzten essenziell. Wenn man so will, ist die Sportzahnmedizin Bindeglied zwischen den Fachdisziplinen. Studien haben zusätzlich gezeigt, dass die Mundgesundheit Einfluss auf die Konzentration und das Gleichgewicht des Sportlers hat.

Zusammenhänge zwischen allgemeiner Gesundheit und Zähne

Athleten unterschätzen oft den Stellenwert der oralen Gesundheit und den Einfluss auf ihr sportliches Leistungsniveau. So ist es nicht verwunderlich, das es nicht besonders gut um die Zahngesundheit bei Profisportlern steht: Aktuelle Studien zeigen, dass fast 80 Prozent von ihnen an Zahnfleischentzündungen und 55 Prozent an Karies leiden. Gründe hierfür liegen unter anderem in den besonderen Streßsituationen, der zuckerhaltigen und „Energie“-geladenen Ernährung, sowie der unzureichenden Aufklärung. Gerade im Ausdauerbereich werden häufig isotonische Getränke und kohlehydratreiche Riegel verzehrt, die jedoch durch ihren hohen Zuckeranteil und die enthaltenen Säuren die Zahnoberfläche massiv angreifen. Die dadurch entstehenden Entzündungen haben wiederum einen direkten Einfluss auf den Stoffwechsel und den körpereigenen Säure-Basen-Haushalt. Ist ein Sportler derart übersäuert, hat dies negative Auswirkungen auf seine Muskulatur und in der logischen Folge natürlich auch auf seine Performance.

Prävention

Entzündungen im Mundbereich können nicht nur sportliche Leistungen mindern, auch die Verletzungsanfälligkeit und körperliche Beeinträchtigungen wie Gelenkschmerzen oder Herz-Rhythmus-Störungen nehmen zu. So steht an erster Stelle der Sportzahnmedizin die Prävention mit allen Möglichkeiten des Pre-Checks sowie die Verletzungs-Prophylaxe. Das heißt, dass jedwede Entzündung diagnostiziert und behandelt werden muss – sei es dass Weisheitszähne nicht richtig durchgebrochen sind, das Zahnfleisch blutet oder Zähne beherdet sind. Auch plagen Sportler oftmals wurzeltote Zähne, die entweder therapiert oder in letzter Instanz entfernt werden müssen. Ein notwendiger Schritt, denn abgestorbene Zähne verursachen sehr oft Komplikationen in Körperteilen oder Organen. Konnten alle Entzündungen erfolgreich behandelt werden, führt dies regelmäßig zu Leistungssteigerungen.

Sportzahnmedizin

Digitale
Zahnmedizin

Die Digitalisierung unseres Lebens schreitet kontinuierlich voran und auch in der Zahnmedizin nimmt diese Entwicklung einen festen Platz ein. Jedoch nicht immer mit zufriedenstellenden Ergebnissen! Die digitale Zahnmedizin ist mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Behandlungsschritte und aus zahntechnischen Laboratorien und zahnärztlichen Praxen nicht mehr wegzudenken. Die sich rasant ändernden Möglichkeiten müssen jedoch stets kritisch hinterfragt und getestet werden, denn Präzision und Aufwand stehen nicht immer im notwendigen Gleichgewicht – gerade wenn es um qualitativ hochwertige Restaurationen geht.

Strahlungsarme DVT-Röntgentechnik (Digitale Volumentomographie)

Die moderne DVT-Röntgentechnik erlaubt eine dreidimensionale Darstellung der Zähne und des Kieferknochens und lässt auch einen Aufschluss über die Knochendichte und -qualität zu. In der Implantologie müssen die anatomischen Grenzstrukturen – Nervenverläufe, Nasennebenhöhlen oder Kieferhöhlen – in einer dreidimensionalen Darstellung festgestellt werden, damit eine genaue Analyse über die Implantatgröße und eines möglichen Knochenaufbaus vor dem Eingriff durchgeführt werden kann.

Auch die Zähne können im Detail dreidimensional abgebildet werden, was beispielsweise bei der Wurzelkanalbehandlung zwingend notwendig ist. Denn nur die Erkenntnis über die Anzahl und den Verlauf der Zahnwurzeln sowie das Erfassen möglicher Nervenverzweigungen, entscheidet letztendlich über Erfolg und Misserfolg der Behandlung. Auch in der zahnärztlichen Chirurgie bieten die DVT Aufnahmen einen enormen Vorteil, gerade für den Verlauf operativer Eingriffe, wie die Entfernung eines Weisheitszahnes oder eine Wurzelspitzenresektion. Liegt diese zum Beispiel im Bereich eines Backenzahnes, dessen Wurzeln sich in unmittelbarer Nähe zu sensiblen Nervenstrukturen befinden, lässt sich die Operation mit deutlich geringeren Problemen durchführen, wenn schon im Vorfeld die Dreidimensionalität der individuellen Anatomie analysiert wurde und man diese nun berücksichtigen kann. Ähnlich verhält es sich bei der Entfernung eines verlagerten Zahnes oder der kieferorthopädisch nötigen Freilegung eines sogenannten retinierten Eckzahnes. Hier erhält der Operateur dank der 3-D-Technik nicht nur eindeutige Informationen über den chirurgischen Zugang, auch versehentlich zungenseitige Perforationen bei der Implantatbohrung können vermieden werden. Dies kann passieren, wenn die Knochenstruktur im hinteren Bereich des Unterkiefers stark reduziert ist und diese Anomalie erst durch eine digitale Volumentomographie sichtbar wird. Ganz klar lässt sich in allen genannten Fällen das operative Risiko durch die Einbeziehung der DVT deutlich reduzieren.
Der Einsatz der DVT-Röntgentechnik ist also für viele Bereiche sehr sinnvoll, noch dazu ist sie im Gegensatz zur Computertomographie (CT) deutlich Strahlungsärmer und auch kostengünstiger. Zusätzlich erlaubt die digitale Verarbeitung eine schnelle Übertragung und Kommunikation mit allen Beteiligten – Zahnärzten, Zahntechniker, Patienten oder Allgemeinmediziner.

Digitale Zahnmedizin