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Dr. Juli Berkei erläutert die Möglichkeiten der Rhinoplastik

Nasenkorrektur, der Königseingriff der plastischen Chirurgie

Höckernase, Schiefnase, Boxernase, Unfallnase, Sattelnase – es gibt viele Begriffe für die vermeintlich unschöne Form einer Nase. Hinter allen steht bei den Betroffenen oft der Wunsch nach Veränderung. Die Nasenform lässt sich in der plastischen Chirurgie relativ leicht anpassen, allerdings ist für diesen Eingriff der höchste Grad an Präzision notwendig. PREMIUM Kliniken und Praxens Dr. Julia Berkei, die sich auf Nasenkorrekturen spezialisiert hat, erklärt im Interview, worauf es bei der so genannten Rhinoplastik ankommt.

Mit welchen Wünschen kommen die Patienten zu Ihnen und welche davon können Sie erfüllen?

Die Mehrheit der Patienten, die zu uns kommen, stört ein Höcker am Nasenrücken oder eine zu breite, plumpe Nasenspitze. Meistens können die Patienten sehr genau beschreiben und zeigen, was sie als störend empfinden. Der Wunsch, nicht „operiert“ auszusehen bzw. keine zu kleine, zu spitze Nase zu haben, steht ebenfalls im Vordergrund. Im Fokus unserer Behandlung steht immer die harmonische Wirkung der Gesichtsproportionen, die im Wesentlichen von der Form und Länge der Nase abhängt. Durch eine Nasenkorrektur kann z.B. ein sichtbarer Nasenhöcker abgetragen, eine Nase verkürzt oder auch verlängert oder die Form der Nasenspitze und der Nasenlöcher verändert werden. Es können aber auch Belüftungsprobleme, z.B. bei einer Nasenscheidenwandverkrümmung, der Nase behoben werden. Manche Teenager leiden unter einer zu großen oder Hakennase. Wir empfehlen allerdings, eine Operation nicht vor Abschluss des Wachstums des Gesichtsskeletts durchführen zu lassen.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Patient sich die Nase korrigieren lassen möchte?

Grundlegend sind die Beratungsgespräche, bei denen wir die Erwartungen und Anliegen der Patienten in Ruhe anhören und dokumentieren. Gemeinsam analysieren wir, was den Patienten genau an der Form seiner Nase stört und welche Veränderungen er sich durch eine Nasen-OP erhofft. Damit sich der Patient das Endergebnis besser vorstellen kann, arbeiten wir mit einem Computersimulationsprogramm, das die besprochenen Änderungen gut darstellen kann. Auch Vorher-Nachher-Fotos von anderen Patienten können veranschaulichen, was chirurgisch umsetzbar ist. Sobald Arzt und Patient sich einig sind, führen wir zusätzliche Untersuchungen des Naseninneren mit Luftstrommessungen (sog. Rhinomanometrie), eventuellen Allergietests, Ultraschall oder auch Röntgenaufnahmen durch. In einigen Fällen macht es Sinn, die Meinung eines Hals-Nasen-Ohren Arztes nach möglichen oder vorhandenen Problemen im Naseninnern einzuholen. Bevor der operative Eingriff durchgeführt wird, besprechen wir bei einem zweiten Termin alle Ergebnisse der ersten Beratung und Untersuchung noch einmal.

Wie läuft die Operation dann ab?

Die ca. ein bis zwei Stunden dauernde Rhinoplastik wird normalerweise in Vollnarkose durchgeführt, verbunden mit einem ein- bis zweitägigen Aufenthalt in der Klinik. Für eine Nasen-OP wenden wir eine der zwei folgenden Techniken an: Bei einer „geschlossenen Rhinoplastik“ werden die Schnitte im Inneren der Nasenlöcher gemacht. Bei einer „offenen Rhinoplastik“ hingegen wird der Schnitt quer über der Columella, dem Gewebe zwischen den Nasenlöchern, gesetzt. Damit kann die Nasenspitze wesentlich präziser geformt werden. Mit beiden Methoden hebt der Chirurg vorsichtig das Gewebe an, welches die Nase umhüllt. Der Nasenknochen und die Knorpel werden in die gewünschte Form gebracht. Falls der Patient eine Nasenscheidewandverkrümmung hat, wird sie begradigt, so dass der Patient keine Atemschwierigkeiten mehr hat. Dann wird das Gewebe mit feinen Nähten verschlossen. Falls der Patient sich eine Nasenflügelkorrektur wünscht, wird dies als letzter Schritt durchgeführt. 

Wird die Nase während der OP gebrochen?

Die Antwort hängt von der gewünschten Formänderung der Nase ab. Während z.B. ein kleiner Höcker am Nasenrücken lediglich mithilfe einer Feile „ geraspelt“ wird, wird ein so genanntes „Osteotom“ verwendet, um vorsichtig einen präzisen Einschnitt am knöchernen Nasenrücken zu setzen. Dieser OP-Schnitt wird bei denjenigen Patienten benötigt, die nach Abtragung eines großen Höckers noch eine Verschmälerung des Nasenrückens benötigen oder eine Schiefstellung der Längsachse der Nase haben.

Wie sieht der Heilungsprozess bei einer Nasen-OP aus?

Kurz nach der OP ist die Nase geschwollen, Kopfschmerzen oder meist leichte Schmerzen in der Nase können auftreten, außerdem sind in den ersten Tagen Blutergüsse unter den Augen üblich. In den ersten 48 Stunden nach einer OP sollte der Patient sich ausruhen und eine kalte Kompresse über den Nasenrücken und die Augen legen. Nach zwei Tagen fühlen sich die meisten Patienten schon wesentlich besser und nach ca. 14 Tagen sind sie wieder arbeitsfähig. Die ersten Ergebnisse der Rhinoplastik werden Schritt für Schritt sichtbar, wenn die Schwellungen zurückgehen. Die stärksten Schwellungen u.a. unter den Augen und am Nasenrücken verschwinden nach zwei bis drei Wochen. Im ersten Jahr nach der OP können immer wieder meistens morgens Schwellungen auftreten, diese gehen jedoch im Laufe des Tages wieder zurück. Kontaktlinsen können sofort nach der OP getragen werden, Brillen erst nach acht Wochen.

Gibt es Risiken und Komplikationen?

Alle Operationen tragen Risiken mit sich. Die Patienten können die Risiken minimieren, indem sie sich genau über die OP und das richtige Verhalten vor und nach dem Eingriff informieren. Bei uns in der Praxis treten sehr selten Komplikationen auf, und falls doch welche auftreten sollten, können diese meist mit nichtchirurgischen Maßnahmen behoben werden. Die zwei häufigsten Komplikationen sind längere Schwellungen der Nasenspitze bei dicker Haut und Infektionen, die jedoch mit Cortisoninjektionen bzw. Antibiotika behandelt werden können. Aber auch diese Komplikationen treten äußerst selten auf.