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Endoprothetik auf höchstem Niveau

„Die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Sachsen ist so alt wie die Deutsche Einheit“, hat der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich einmal gesagt. Professor Dr. med. Klaus-Peter Günther trägt im Bereich der Medizin einen großen Teil zu dieser Zusammenarbeit bei – seit 2002 steht der gebürtige Allgäuer an der Spitze des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) am Uni-Klinikum Carl Gustav Carus Dresden. Das rollende R in seiner Sprache verrät die Herkunft auch 15 Jahre nach dem Umzug – im Herzen fühlt sich der 57-Jährige aber längst als Dresdner, der die Elbe genauso liebt wie die Kunstschätze der Stadt.

Als Günther Anfang der 2000er-Jahre die ärztliche Leitungsposition übernahm, gab es noch zwei Kliniken: eine Unfallchirurgie und eine Orthopädie. In enger Abstimmung wurden von da an Räumlichkeiten, Personal und Expertise zu einem Zentrum zusammengeführt, dem heutigen OUC. Hier stehen Orthopäde Prof. Dr. med. Günther und Unfallchirurg Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Schaser gemeinsam an der Spitze. Für die Patienten bringt der Zusammenschluss viele Vorteile: Sie werden von orthopädischen und unfallchirurgischen Spezialisten gemeinsam betreut und können sich des doppelten Expertenwissens für ihren Eingriff gewiss sein.

Fachübergreifendes Teamwork für künstliche Gelenke in Knie und Hüfte

Allein im Jahr 2015 setzten die Dresdner Ärzte 1070 Kunstgelenke ein. Viele der Patienten sind medizinisch sehr anspruchsvoll: „Sie leiden neben der Erkrankung ihrer Hüfte oder dem Knie unter weiteren gravierenden gesundheitlichen Problemen“, zitiert Günther die Statistik. Viele hatten schon einen Herzinfarkt, leiden unter einer gestörten Gerinnung oder einem viel zu hohen Blutzucker. Hier in Dresden ist man auf genau diese Patienten eingestellt. Um sie erfolgreich mit einem künstlichen Gelenk zu versorgen, kooperieren die Endoprothetiker mit den Spezialisten für Herz-, Nieren- oder Gefäßerkrankungen aus den anderen Kliniken auf dem Unicampus, bekräftigt Günther. „Vielleicht können wir nicht mit dem Luxus einer Privatklinik aufwarten – dafür punkten wir mit einer hohen medizinischen Sicherheit.“

„Wir sind extrem sorgfältig in der Behandlung von Begleiterkrankungen.”

Das Dresdner Team kümmert sich auch um die Patienten, deren Gelenke stark deformiert sind. Dieses Expertenwissen sei ständig gefragt, denn gerade in Sachsen leiden überdurchschnittlich viele Menschen an einer angeborenen Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne, so Klinikchef Günther. Eine weitere Spezialität der Klinik ist die endoprothetische Versorgung einer posttraumatischen Arthrose am Knie, wie sie nach Verletzungen und Unfällen auftritt. In anderen Kliniken liegt der Anteil solcher Patienten bei ein bis zwei Prozent; in Dresden sind es zehn Prozent. Gerade bei komplizierten Verhältnissen am Knie setzen die Knieendoprothetiker um Professor Jörg Lützner, Leiter des Endoprothetikzentrums am OUC, gern die computergestützte Navigation ein. Lützner verfolgt dabei ein klares Ziel: „Durch den Computereinsatz gelingt es uns, das Kunstgelenk präziser und zuverlässiger zu platzieren.“

Spezialimplantate für künstliches Knie- und Hüftgelenk

Damit werden optimale Voraussetzungen für eine lange Haltbarkeit des Kunstknies geschaffen. Die besondere Expertise des Dresdner Endoprothetikteams betrifft aber nicht nur Erstoperationen, sondern auch den Wechsel gelockerter und infizierter Implantate. Aufgrund der hohen Spezialisierung im OUC und eines überregionalen Einzugsbereichs nimmt ihr Anteil immer mehr zu. „Mit einer zertifizierten Knochenbank für komplizierte Wechseloperationen, der großen Palette an Spezialimplantaten und einer besonderen Erfahrung unserer Operateure sowohl am Knie als auch am Hüftgelenk werden Patienten hier bestens versorgt“, erläutert Lützner.

Solche Aussagen können die Dresdner Gelenkspezialisten auch mit Zahlen belegen, denn die Ärzte des Endoprothetikzentrums wissen über ihre Patienten so gut Bescheid wie kaum eine andere Klinik in Deutschland. Bereits im Jahr 2005 – und damit fast zehn Jahre vor dem bundesweiten Endoprothesenregister – startete das Dresdner Hüftregister. Seitdem werden hier alle Patienten vor und nach der Operation gründlich durchgecheckt und zahlreiche Daten anonymisiert gesammelt: zum verwendeten Implantat, über Aktivitäten mit dem alten und die Lebensqualität mit dem neuen Gelenk. „Diese Daten verraten uns prognostische Faktoren für ein gutes OP-Ergebnis“, erklärt Lützner. So wisse man heute, dass ein optimistischer Patient später zufriedener mit einem Implantat lebt als ein pessimistischer: „Die Einstellung des Patienten zu einem Kunstgelenk hat mehr Einfluss auf dessen Funktionsfähigkeit als die Wahl des Implantats oder der Zugangsweg.“ Bis zu zehn Prozent würden sich die Ergebnisse abhängig von der Gemütslage der Patienten unterscheiden.

Ein weiterer Mosaikstein, der den Dresdner Forschungen zufolge zu einem zufriedenen Leben mit dem Kunstgelenk beiträgt, sind Kompetenz und Wissen der Patienten. Entsprechend umfangreich ist das Informationsangebot für OP-Interessierte. Auf den Infoabenden schildern beispielsweise ehemalige Patienten die Behandlungsabläufe im Endoprothetikzentrum. Günther und Lützner sind von diesem Konzept überzeugt: „Wer weiß, was auf ihn zukommt, wird mehr Erfolgserlebnisse mit seinem neuen Gelenk haben.“

Kontakt

OUC Universitätscentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie Dresden

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden

Orthopäde > Dresden
Adresse:

Fetscherstraße 74
01307 Dresden