Premium Praxen
Video abspielen

Größte universitäres Endoprothetikzentrum Deutschlands

Die Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat eine lange Tradition in der Endoprothetik: Im Jahr 1969 war sie eines der ersten Krankenhäuser überhaupt, in denen Ärzte ihren Patienten künstliche Gelenke einbauten. Heute beherbergt die Klinik im Annastift das größte universitäre Endoprothetikzentrum Deutschlands.

Hier greift alles Hand in Hand entlang eines strukturierten Behandlungsplanes, bei dem vom Operateur bis zur Krankengymnastin jeder seinen Platz kennt. Dieses Team-Play sieht Prof. Dr. med. Henning Windhagen, ärztlicher Geschäftsführer von Klinik und Endoprothetikzentrum, als Garant für die medizinische Qualität seines Hauses. Windhagen, in seiner Freizeit Segler, sieht viele Parallelen zwischen seinem Lieblingssport und der Klinikarbeit: „Als Steuermann und als Arzt musst du strategisch denken und extrem konzentriert sein.“ Genau wie beim Segeln geht im OP und auf Station nichts ohne eine Crew, der man vertraut, sowie die richtige Technik und verlässliches Material.

Jedes Jahr 1000 neue Hüften und 800 künstliche Knie

Windhagen und sein Team aus zehn Hauptoperateuren setzen jedes Jahr 1000 neue Hüften und 800 künstliche Knie ein. Bei jedem sechsten Eingriff wechseln sie ein bereits vorhandenes künstliches Gelenk teilweise oder vollständig aus. „Wir sind ein hochspezialisiertes Haus für Patienten mit Deformitäten und Komplikationen“, unterstreicht Windhagen die Expertise der Klinik. Ärzte aus ganz Norddeutschland überweisen ihre Patienten für einen Prothesenwechsel hierher.

Robotergestützte Operation bei künstlichen Gelenken

Neben der vorzüglichen Infektionsstatistik – seit einigen Jahren liegt die MRSA-Infektionsrate regional auf dem niedrigsten Wert – weist das Annastift auch eine hervorragende technische Ausstattung auf. Die Operateure setzen Hightech-Technologien wie Navigation und Robotik bei etwa jedem fünften ihrer Patienten ein. Während die robotergestützte Operation ein zusätzliches Sicherheitssystem bietet – „der Computer stoppt mich“, sagt die Navigation dem Operateur, in welchen Schritten der Eingriff zum bestmöglichen Ergebnis führt. „Wir verwenden die Navigation vor allem bei Oberflächen- oder Teilprothesen am Knie“, erklärt Windhagen.

Spezialimplantate für Patienten mit besonders deformierten Gelenken

Ein weiteres Einsatzgebiet seien Spezialimplantate, die Patienten mit besonders deformierten Gelenken eingesetzt bekommen. Wie an jeder Universitätsklinik hat auch die Forschung ihren festen Platz bei den Endoprothetikern in Hannover-Kleefeld: Im kinematischen Forschungslabor filtern die Wissenschaftler mithilfe von 3-D-Kameras und Ganganalysen die Prothesen heraus, die besonders weiche und physiologische Bewegungsabläufe garantieren. Im Labor für Biomechanik und Biomaterialien (LBB) werden Implantate und die verwendeten Materialien in lebensnahen Versuchsreihen auf Abrieb und Materialeigenschaften getestet. „Wir kennen manches Implantat besser als die Hersteller“, schmunzelt Windhagen.

Im Niedersächsischen Zentrum für Implantatforschung, kurz NIFE, interessiert man sich für die Interaktionen zwischen Gewebe und Implantat. „Daraus können wir schließen, wie Implantate besser ins Gewebe einwachsen und welches Material welche Nebenwirkungen hat“, erklärt der gebürtige Essener. Rund 20 klinische Studien laufen ständig am Annastift, etwa jeder zehnte Patient ist hier eingebunden.

Mindestens so wichtig wie die passende Prothese oder das perfekte OP-Navigationssystem ist für den Endoprothetiker eine individuelle Nachbehandlung der Patienten. Jeder reagiere anders auf den Eingriff, so der 51-Jährige. „Ich halte nichts davon, alle Patienten am Tag nach der OP über den Gang zu scheuchen.“ Einige könnten nach vier Tagen die Klinik verlassen, anderen fällt es auch noch nach zwei Wochen schwer, das Knie ausreichend zu beugen.

„Die Arthrose ist eine echte Krankheit. Insofern sehe ich die Endoprothetik als Therapie und nicht als Reparaturprozess.”

Unterstützung fürs individuelle Maß gibt es von der TEP-App, einer Behandlungs-App fürs Smartphone, die maßgeblich von den Ärzten des Annastifts mitentwickelt wurde. Sie hilft den Heilungsverlauf zu dokumentieren und bindet den Patienten vom Krankenhaus bis zur Reha aktiv in seine Behandlung ein. Platz für die ersten Schritte gibt es am Annastift reichlich: Das parkähnliche Gelände erinnert mehr an eine Reha- Klinik als an einen universitären Betrieb. Auch die beiden Privatstationen bieten angenehmen Komfort. Bequemes Mobiliar, freundlicher Service und ein hoher Betreuungsschlüssel tragen zur raschen Genesung bei. Diese hängt Windhagens Überzeugung zufolge entscheidend von der psychischen Verfassung der Patienten ab. Um sie sorgt man sich im Annastift besonders: Fürsorge und Nächstenliebe seien neben der exzellenten Endoprothetik das, was die Klinik ausmache, unterstreicht der Klinikdirektor. Diakone und Pastoren stünden jederzeit für Krisengespräche bereit.

„Wenn alles zusammenpasst, erreichen wir bei 90 Prozent der Patienten mit einer künstlichen Hüfte und 80 Prozent der Patienten mit einem Kunstknie den Zustand des ‚vergessenen‘ Gelenks, wenn also Patienten im Alltag überhaupt nicht mehr an ihr Implantat denken“, sagt Windhagen. Damit lässt sich auch fast jeder komplexe Sport wieder ausüben, ganz gleich, ob Tanzen, Segeln oder Skilaufen.

Kontakt

DIAKOVERE Annastift

DIAKOVERE Annastift – Prof. Dr. med. Henning Windhagen

Orthopäde > Hannover
Adresse:

Anna-von-Borries-Straße 1–7
30625 Hannover