Premium Praxen

Katarakt-Operation hilft auch Autofahrern bei Blendempfindlichkeit, weiß Dr. Harald C. Gäckle

Wenn das Auge trüb ist: So wird Grauer Star (Katarakt) zuverlässig korrigiert

„Ich habe ein trübes Auge“ – das ist die nicht ganz treffende, aber häufig benutzte Beschreibung einer Sehbehinderung, die viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte trifft. Gemeint ist der Graue Star, die Eintrübung der Augenlinse. Die Medizin spricht vom Katarakt (Wasserfall), weil der Seheindruck beim Grauen Star ähnlich trüb ist wie beim Blick durch eine herabstürzende Flut. Die Symptome des Grauen Stars sind vor allem unscharfes Sehen und Blendempfindlichkeit. Durch einen kleinen Eingriff, der ohne Schmerzen verläuft, lässt sich der Graue Star bzw. die Linsentrübung wirksam korrigieren.

Während die Augenlinse bei jungen Menschen klar und flexibel ist, verhärtet sie sich mit zunehmendem Alter und wird auch dicker. Dadurch entsteht eine unscharfe Abbildung auf der Netzhaut. Im Extremfall kann sogar die Sehkraft komplett verloren gehen. Andere Ursachen für eine Eintrübung der Linse wie Verletzungen, Stoffwechselstörungen oder auch Medikamente (zum Beispiel Cortison) sind eher selten. Vereinzelt tritt der Graue Star anlagebedingt bei Kindern und Jugendlichen auf.

Nachlassende Sehschärfe

Mit etwa 650 000 Katarakt-Operationen jährlich ist die chirurgische Korrektur des Grauen Stars der häufigste Augeneingriff in Deutschland. Dr. Harald C. Gäckle, ärztlicher Leiter des Augenzentrums Neu-Ulm, rät als erfahrener operativ tätiger Augenarzt seinen Patienten dann zur Operation des Grauen Stars, wenn sich der Seheindruck so verschlechtert hat, dass sie sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen: „Wenn auch eine neue Brille die die Sehschärfe beim Lesen nicht mehr verbessert, ist das ein typisches Indiz“, erläutert Dr. Gäckle. „Auch ältere Patienten, die noch Auto fahren, sollten bei einer Sehschärfe von weniger als 60 Prozent eine Operation des Grauen Stars in Erwägung ziehen.“ Bei Menschen mit Grauem Star nimmt auch die Blendempfindlichkeit zu, was besonders das nächtliche Autofahren riskant macht.

Wie hoch der Grad der Einschränkung und damit die Notwendigkeit einer Katarakt-Operation sind, hängt natürlich von der persönlichen Indikation des Patienten ab. Gewissheit bringt die gründliche Untersuchung des gesamten Auges. Je nach Befund wählt der Augenarzt gemeinsam mit dem Patienten eine passende künstliche Linse aus, die die getrübte Linse ersetzt. Die moderne Augenheilkunde bietet jedem Patienten ganz individuelle Lösungen an: Selbst komplexere Sehfehler lassen sich so korrigieren, häufig wird sogar eine Brille überflüssig.

Operation des Grauen Stars meist ambulant

In der Augentagesklinik Neu-Ulm tauschen Dr. Gäckle und seine Kollegen die getrübte Linse in einem kleinen, ambulanten Eingriff gegen eine klare Kunstlinse (Intraokularlinse) aus. Das erfolgt meist in örtlicher Betäubung und ohne Spritze – spezielle Augentropfen reichen dazu aus. Auf Wunsch können Patienten den Eingriff auch in schonender, angenehmer und sicherer Kurznarkose  durchführen lassen. Es wird meist zunächst nur ein Auge operiert. Ist auch das andere Auge betroffen, kann der zweite Eingriff kurze Zeit später erfolgen.

„Die Operation des Grauen Stars gehört zu den häufigsten – und sichersten – Eingriffen am Auge überhaupt“, weiß Dr. Gäckle. „Komplikationen treten ausgesprochen selten auf und können schnell und wirksam behandelt werden.“ Kleinere Beeinträchtigungen (im Anschluss an den Eingriff kann das Auge tränen oder gerötet sein) legen sich bald. Sehleistung und Brechkraft des Auges verbessern sich stetig. Ist eine Brille erforderlich, wird sie nach etwa sechs Wochen angepasst.

Kosten einer Katarakt-Operation

Die Patienten können bereits nach wenigen Tagen wieder in ihren gewohnten Lebensalltag bewältigen. Größere körperliche Anstrengungen sollten in den ersten sechs Wochen nach dem Eingriff vermieden werden, auch Schwimmen gehört dazu.

Gesetzliche Krankenkassen bezahlen sowohl Eingriff als auch die Kurznarkose. Erfordern die gründlichen Voruntersuchungen zur Operation des Grauen Stars aber zum Beispiel die genaue Vermessung der Augen mit einem Lasermessgerät, übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten dieses modernen Diagnostikverfahrens (in der Regel nicht mehr als 60 Euro) noch nicht.

Weitere Zusatzkosten können in besonderen Fällen entstehen, wenn etwa eine spezielle Kunstlinse mit Zusatzfunktionen erforderlich ist. Das kann unter anderem eine torische Intraokularlinse bei Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) sein oder ein sogenanntes Multifokalimplantat für völlige brillenfreie Nah- und Fernsicht bei Altersweitsichtigkeit.

Private Krankenversicherungen tragen in der Regel die Gesamtkosten inklusive Voruntersuchung und eventuell erforderlicher Spezialimplantate.